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Webmitteilung vom 31. Juli 2017

Abbiegefehler treiben Unfallzahlen hoch
Radfahrern fehlt die Knautschzone - Schulterblick kann Unfälle vermeiden

Nach wie vor hohe Unfallzahlen im Fahrradverkehrsbereich bereiten den Verantwortlichen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Nienburg Sorgen. Im aktuellen Bericht für 2016 wurden 87 Fahrradunfälle polizeilich aufgenommen. 63 Personen wurden dabei verletzt, 9 davon schwer. „Bei leichten Verletzungen oder Unfällen ohne Personenschäden gehen wir von einer nicht unbedeutenden Dunkelziffer aus“, so Berthold Vahlsing vom örtlichen Fahrrad-Club. Das schreibt auch der Verband der Unfallversicherer in seinen Untersuchungen.

Unfallgegner bei Fahrradunfällen sind laut statistischem Bundesamt zu 75% motorisierte Fahrzeuge. Nach diesen Zahlen gilt der Radfahrer zu 25% als Schadensverursacher. Dreiviertel der Kollisionen gehen auf das Konto von unachtsamen Lenkern von motorisierten Fahrzeugen, für den Fahrradfahrer wegen der fehlenden Polsterung meist mit gravierenden Folgen.

Bei den Unfallursachen folgt Nienburg dem bundesweiten Trend. Von den 87 gemeldeten Fahrradunfällen sind in der Kreisstadt 48 Ereignisse Abbiege-, Einbiege- oder Kreuzungsunfälle zum Nachteil der beteiligten Radfahrer. Wieder eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterstreicht diesen hohen Anteil.

Ein Teil dieser Konflikte ließe sich durch einfache Verhaltensregeln vermeiden. „Von Autofahrern wird häufig der Schulterblick vergessen, den man in der Fahrschule noch beherrscht hat“, meint Berthold Vahlsing vom ADFC. „Unbedachtes Fahren gefährdet andere Verkehrsteilnehmer, wie die Polizeistatistik zeigt.“

In Nienburg weisen die Verdener Landstraße, die Celler Straße und die Hannoversche Straße eine deutliche Unfallhäufung mit Radfahrerbeteiligung aus. Der Polizeibericht nennt auch hier als häufigste Ursache der Kollisionen zwischen Kraftfahrzeugen und Fahrradfahren unachtsames Abbiegen.

„Leider tragen auch falsch fahrende Radfahrer zum Unfallgeschehen bei“, schreibt der ADFC. „Unerlaubtes Linksfahren auf Rad- oder Fußwegen fordert Unfälle heraus“, meint der Vereinssprecher. „Bei intensivem Verkehrsgeschehen fehlt dem Autofahrer häufig die Möglichkeit, auf unerwartete Geisterradler zu achten“.

In der Auswertung der Untersuchung der UDV wird der Sichtkontakt zwischen Autofahren und Radfahrern an den Einmündungen als besonders wichtig erachtet. Die Unfallforscher weisen allerdings auch darauf hin, dass die Infrastruktur dies gewährleisten muss. „Sichtdreiecke an Einmündungen müssen ausreichend frei bleiben“, fordert der Verband. „Leider können wir mit dieser Forderung nicht immer überzeugen“, so der ADFC- Wortführer. „Die Experten der Verkehrsbehörde stehen hier in deutlicher Verantwortung.“

Radfahrern empfiehlt der ADFC an Straßeneinmündungen selbstbewusst zu fahren und nicht zu sehr zu zögern. „Autofahrer könnten das missverstehen“, meint der Vereinssprecher. „ Zum eigenen Schutz sollte man aber nicht auf sein Vorfahrtsrecht bestehen.“

„Der aktuelle Unfallbericht der Polizeiinspektion ist für uns wieder ein Anlass, mit Stadtverwaltung, Polizei und Politik über sichere Radfahrerführungen zu sprechen“, schreibt der ADFC. „Die Ergebnisse der Umfragen zum Fahrradverkehr in den letzten Jahren für Nienburg, den Fahrradklimatests, unterstreichen das Sicherheitsbedürfnis der Radfahrer.“ In der letzten Studie hatte sich die Kreisstadt in Schulnoten von 3,5 auf 3,7 verschlechtert. „Es müssen ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt und der Mut zu Veränderungen aufgebracht werden“, unterstreicht der Verband.

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Einer der Unfallschwerpunkte mit Abbiege-/Einbiegefehlern ist in Nienburg an der Celler Straße von der B214 die Einmündung Erichshagener Lendenberg. Trotz Aufmerksamkeit erzeugende Aufpflasterung kommt es hier immer wieder zu Unfällen. Teilnehmer der letzten Critical Mass informieren sich vor Ort über die Verkehrsbedingungen.


Aus der Statistik der Polizeiinspektion für Nienburg für 2016

Verkehrsunfalldaten mit Beteiligung von Fahrradfahren:

  • Fahrunfälle 5
  • Abbiegeunfälle 8
  • Einbiege/Kreuzen-Unfälle 40
  • Überschreiten-Unfälle 2
  • Unfall durch ruhenden Verkehr 4
  • Unfälle im Längsverkehr 13
  • Sonstige Unfälle 15

--- Zusammen 87 Unfälle ---

 

 

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